Erste Überlegungen

Baci ist kein Kuscheltier, das wird jedem sofort klar der ihn kennenlernt und ihn anfassen möchte. Schmusen? Ja, klar! Aber nur zu seinen Bedingungen. Na gut, für Katha erträgt er auch mal die ein oder andere Umarmung und so richtiges Geknuddel gibt es wirklich nur für sie. Uns ist also eigentlich von Beginn an klar: Baci mit uns auf ca. 4 Quadratmetern? Eher so gar nicht sein Ding. Es muss also ein Pflege-Zuhause für einen längeren Zeitraum her. Viele unfassbar liebe Angebote erreichen uns. Jeder, dem es möglich ist, möchte unseren Flauschbär aufnehmen. Katha fällt es allerdings extrem schwer, ihn für so lange Zeit wegzugeben und schiebt die Entscheidung immer wieder vor sich her.

Dann steht der erste gemeinsame Urlaub in Italien an. Wenn schon ab Sommer so lange Zeit ohne ihn, dann muss Baci für 12 Tage die Arschbacken zusammen kneifen und uns begleiten. Und was passiert? Nach nicht mal 2 Tagen hat er den Knubbi für sich entdeckt. Nicht nur dass seine Transportkiste (ganz ganz wichtig) nach ein paar Versuchen wie angegossen zwischen Sitze und Modul passt, sondern Baci schläft wie durch ein Wunder unfassbar ruhig und als hätte es nie etwas anderes gegeben als den Gang unter unserem Bett. Als würde er es ahnen: Eine Reise ohne mich? Pustekuchen! Am Ende des Urlaubs spricht Christoph dann die für Katha wahrscheinlich schönsten Worte aus: „Lass uns Baci doch mitnehmen“. Und damit beginnt eine Reihe an wichtiger Überlegungen und Planungen…

Passierschein A38 oder ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt – Einreisebestimmungen für Hunde

Katha verbringt Tage mit der Recherche von Einreisebestimmungen für Hunde (alle Angaben aber ohne Gewähr 😉 ). Besonders hilfreich sind hierbei die Seite vom ADAC und hunde-urlaub.net. Eins wird schnell klar: Europa hin oder her, jedes Land kocht mehr oder weniger sein eigenes Süppchen. Na gut, EU-Heimtierausweis, Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung braucht man überall.

Aber Großbritannien und damit auch Schottland, unser erster Stop, aber auch Irland verlangen eine Bandwurmbehandlung. Natürlich nicht älter als fünf Tage und nicht jünger als 24h vor Reiseantritt. Der Nachweis muss durch den Tierarzt im EU-Heimtierausweis eingetragen werden. In Kroatien herrscht eine gesetzliche Leinenpflicht für alle Hunde. In Slowenien ebenfalls, plus Maulkorbpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln (wie auch in Italien und Österreich). Bosnien-Herzegowina verlangt ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis. Oh Wunder: nicht älter als 10 Tage. Das wird auf jedenfall spannend. Um nicht zu sagen unmöglich. Wir werden es in diesen Fall einfach darauf ankommen lassen und im Zweifel an der Grenze nochmal umdrehen. Irgendwie kommen wir dann schon an das Ding. Auch in Nordmazedonien wird das der Fall sein. Zusätzlich muss hier und auch in Griechenland der Tollwut-Titer im Vorhinein bestimmt werden. Beachtet, dass das Labor bis zu 3-4 Wochen Vorlauf benötigt. Ein entsprechendes Zertifikat muss dann mitgeführt werden.

Island hat leider eine Quarantäne von 4 Wochen für einreisende Hunde verhängt. Und man muss eine Importgenehmigung bei der Isländischen Veterinärbehörde beantragen. Das bedeutet, dass Baci für diese Zeit leider nicht mit uns reisen kann. Kathas liebe Freundin Theresa und ihr Papa werden sich aber gut um ihn kümmern. Ihr seht, es gibt eine Menge und vielleicht auch noch etwas mehr zu beachten. Unser Tipp: plant genug Zeit ein. Wir sind uns sicher: Zeit und Geld sind es wert. Denn die ganze Reisen ohne Baci zu machen, ist für uns keine Option.

Natürlich lässt sich hier und da das ein oder andere umgehen. So nehmen wir erstmal keinen Maulkorb mit. Kennt Baci nämlich nicht. In Italien haben sie uns auch ohne in den Zug gelassen. Baci ist ja auch eher unauffällig. Aber wieder einmal wird Katha bewusst, was man am besten von Welpe an mit seinem Hund trainiert. Ob es der Maulkorb im Urlaub, die Transportkiste im Auto/Zuhause oder die Rampe zum Ein- und Aussteigen ist, wenn die Knochen nicht mehr so wollen. Auch sollte man an den richtigen Vorsorgeuntersuchungen auf keinen Fall sparen. Und deshalb geht es vor der Reise nochmal zum Tierarzt…

Gesundheits-Check, nicht nur für den Mann ab 40

Da Baci für seinen Einsatz als Schulhund ohnehin alle drei Monate für einen Gesundheitscheck zum Tierarzt muss, sparen wir uns diesen schon mal vor der Reise. Allerdings sollte man seinen Hund aber vor jeder großen Reise tatsächlich nochmal gründlich durchleuchten lassen. Nicht nur für die eventuell benötigten Medikamente der Reiseapotheke! Anfang Mai haben wir eine tadellose Bescheinigung bekommen. Das muss fürs erste reichen. Aufatmen können Baci und wir trotzdem noch nicht, denn knapp zwei Wochen später heißt es nochmal antanzen. Tollwut-Titer-Bestimmung. Es geht zur Blutabnahme. Für Baci, das kleine Sensibelchen, keine schöne Angelegenheit. Zur Strafe ignoriert er uns anschließend auch erstmal zwei Stunden. Aber mit den guten Leckerchen können wir uns dann doch wieder einschmeicheln. Die Bandwurmtablette wird 3 Tage vor Abreise geschickt mit dem guten Futter von Frau Dr. Busch verabreicht. 

Wer hat die größere Reiseapotheke?

Bacis Reiseapotheke ist schon recht umfangreich. Neben zwei Scalibor Halsbändern gegen Zecken, Stechmücken und andere Mistviecher, haben wir noch etwas für Ohrentzündungen (Baci ist da leider dank seiner haarigen Ohren sehr anfällig), ein Antibiotika (das natürlich nur in Absprache mit der Tierärztin gegeben wird), Augensalbe (praktischerweise auch beim Menschen anwendbar 😉 ) und etwas gegen Durchfall bekommen. Außerdem Schmerzmittel, falls sich Baci eine Verstauchung zuziehen sollte, oder sich seine HD bzw. Spondylose melden sollten. Aber auch weitere Entwurmungstabletten finden sich in der Hundekiste. Nicht schlecht, oder?

Unsere eigene Reiseapotheke ist übersichtlicher 😀 Eigentlich stehen wir ja nicht so auf die ganzen Chemie-Keulen. Aber sicher ist sicher und alles was wir nicht nutzen müssen: umso besser. Nach diesem Tierarzt-Marathon hat nicht nur Baci die Schnauze gestrichen voll. Aber uns wird klar, wie wichtig eine gute Beratung und ein Tierarzt sind, mit dem man sich versteht. Unsere Tierärztin ist großartig. Nicht nur, dass Sie sich viel Zeit gelassen hat und jedes Detail mit Katha besprochen hat. Nein, sie hat uns sogar ihre E-Mail-Adresse gegeben, deren Mails direkt auf ihrem Handy landen. „Im Notfall rufe ich Sie an, sobald ich es lese“. Was für beruhigende Worte, wenn man unterwegs ist und vielleicht nicht immer ein Tierarzt greifbar ist. Danke Frau Dr. Busch, sie sind ganz wunderbar!

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